Sonstiges

Kirschkerne

Wie oft hat man einen Kirschkern schon achtlos auf den Boden ausgespuckt? Dabei sind Kirschkerne heute ein wertvoller Rohstoff, der nicht mehr nur in Kirschkernkissen verwendet wird.

Dabei sind Kirschkerne so knapp wie noch nie. Das liegt zum einen daran, dass die deutschen Anbaugebiete von Kirschen in den letzten drei Jahren dramatisch ihre Kapazitäten - sprich Kirschbäume - verringert haben. Rund 20 - 30 % aller Kirschbäume sind in den vergangenen Jahren gefällt worden.

Das hat natürlich zur Konsequenz, dass wir heute vermehrt Kirschen und natürlich auch Kirschkerne aus anderen Ländern einführen müssen. So gibt es heute die größten Kirschplantagen in Polen, der Ukraine, Serbien und auch in der Türkei. Diese Länder sind auch für die Lieferung von Kirschkernen wichtige Quellen.

Aber auch nicht Kirschkern ist gleich Kirschkern. Hier gibt es ganz erhebliche Qualtiätsunterschiede. Das mit am wichtigsten Qualitätsmerkmal ist die Restfeuchte. Diese sollte unter 10 % liegen. Ist sie höher so ist die Haltbarkeit des Kirschkernes eingeschränkt - Schimmelbildung und ein unangenehmer Geruch drohen. Aber gerade bei der Trocknung der Kirschkerne wird bei den Erzeugern sehr oft geschlammp. Natürlich ist gerade der Trocknungsprozess angesichts der gestiegenen Energiekosten sehr kostenintensiv. Auch beherrscht nicht jeder Betrieb die “Kunst” des Trocknens.

Gerade für den Einsatz in Kirschkernkissen sollte man darauf achten, dass die Kirschkerne einen geringen Bruchanteil aufweisen, also ganz sind. Nur ganze Kirschkerne verfügen über die volle Wärmespeicher-Kapazität.

Wer aber glaubt, Kirschkerne werden heute nur in Kirschkernkissen eingesetzt, der irrt. Ein zunehmender Teil geht heute in die industrielle Produktion z. B. zur Gewinnung von Bittermandelaromen oder auch in die Kosmetikindustrie. Kirschkerne haben sich als Strahlmittel bei der Säuberung von Aluminiumteilen oder bei der Holzbearbeitung bewährt.

Ein sehr schönes Einsatzgebiet von Kirschkernen ist die Ergotherapie bei entwicklungsverzögerten Kleinkindern. Hierzu werden die Kirschkerne in große Holzkisten verfüllt und in den Kernen kleine Teile versteckt, die die Kinder finden und ertasten sollen. Hierbei wird die haptische und taktile Wahrnehmung der Kinder gefördert.

Infos zum Autor "warning24":
Bernfried Warning
E-Mail: info(at)warning24.de
Web: http://www.entenrennen.biz

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