Die hoch technisierte Kunst des Bierbrauens
Eine Art Bier wurde schon in den antiken Hochkulturen gebraut. Die Brautechnik verfeinerte sich über die Jahrtausende kontinuierlich und stellt heute einen High-Tech-Prozess dar, der nur mehr sehr wenig mit idealistisch verklärter Brauromantik gemein hat.
Biertrinken ist ein wesentlicher Bestandteil unserer modernen 55 plus Gesellschaft. Ob in der Kneippe, im feinen In-Lokal oder daheim, der vergorene Gerstensaft ist als flüssiger Begleiter allgegenwärtig. Die Ansprüche der gehobenen 50 plus Bierkultur wachsen indes immer mehr. Nicht nur die so genannten Mainstream Biere, standardisierte Massenprodukte, die überall auf der Welt gleich geschmacklich erhältlich sind, sondern auch immer mehr Biere mit einem individuellen Charakter werden von den heutigen Bierliebhabern nachgefragt.
Dies stellt die Brauereien vor nicht unwesentliche Herausforderungen. Einerseits müssen die Grundprodukte der Biere, nach wie vor Wasser, Hopfen und Malz, sorgfältigst und nach regionaltypischen Kriterien ausgewählt, andererseits muss der gesamte Brauvorgang hochtechnologisch und unter Beachtung höchster Hygienemaßstäbe umgesetzt werden.
In großen Edelstahltanks werden frisch gemahlene, vermälzte Braugerste und Wasser vermengt und bei Temperaturen um die 50 Grad Celsius eingemaischt, sodass der Malzzucker im Wasser gelöst wird. Nach Abtrennung der Feststoffe wird die nunmehr so genannte Bierwürze bei 100 Grad Celsius gekocht und während dieses Vorgangs mit Hopfen angereichert. Nach dem Kochvorgang wird der Gärungsprozess durch Beimengung von untergäriger Bierhefe eingeleitet. Diese Gärung findet in zylindrokonischen Stahltanks statt, die kontinuierlich gekühlt werden. Während des Gärvorgangs bilden sich Alkohol, Kohlensäure und jede Menge Wärme, die entsprechend abgeleitet werden muss. Durch einen künstlich erzeugten Überdruck und durch die starke Kühlung der Gärtanks bindet sich ein Teil der während des Gärvorgangs freigesetzten Kohlensäure im Bier und wird später für den spritzigen Geschmack und die Schaumbildung des Bieres verantwortlich sein. Das Jungbier wird für mindestens drei Wochen bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt gelagert ehe es filtriert und in Fässer, Flaschen und Dosen abgefüllt wird. Einzig die immer beliebter werdenden naturtrüben Biere werden direkt, ohne Filtration aus den tief gekühlten Lagertanks abgefüllt.
Der gesamte Produktionsprozess wird in modernen Betrieben von voll computerisierten Schalt- und Leitzentralen aus gesteuert. Nichts wird beim Bierbrauen mehr dem Zufall überlassen. Jeder einzelne Temperaturgrad, ob im Sudhaus oder im Gär- und Lagerkeller wird präzise gesetzt. Das garantiert hochwertige Produkte und trägt im großen Ausmaß zum freudvollen Genuss aller 50 plus Bierliebhaber bei. Ein Video zum Thema Bierbrauen ist in Kürze im 55 plus Magazin abrufbar.
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