Aktienclubgründung
Sie haben sich dazu entschlossen einen Aktienclub zu gründen, sei es, weil Sie in Ihrer Nähe noch keinen Aktienclub haben, oder weil Ihnen die Anlagestrategie nicht gefällt.
Suchen Sie sich Gleichgesinnte aus Ihrem Umfeld. Ist noch kein Interesse da, versuchen Sie es zu wecken. Gründen Sie nicht mit aller Macht einen Aktienclub, sondern belassen Sie es am Anfang vielleicht bei einem Aktienstammtisch.
Beschnuppern Sie sich gegenseitig ein wenig und versuchen Sie herauszubekommen, ob die Stammtischmitglieder ein ähnliches Anlegerprofil haben. Denn später entscheiden Sie alle über Käufe und Verkäufe von Aktien.
Wenn dann beispielsweise spekulative und konservative Strategien aufeinanderprallen, kann es vielleicht Reibereien geben. Klären Sie das vor Clubgründung.
Ein Aktienclub wird in der Form einer Gesellschaft des bürgerlichen Rechts geführt. Es sind in dieser Rechtsform maximal 50 Personen erlaubt. Auf diese Weise ist nämlich nur das einzelne Mitglied steuerpflichtig und nicht der Club.
Von Vorteil wäre es für Ihren Aktienclub, wenn bereits ein Mitglied längere Erfahrung mit Aktiengeschäften hätte. Es bestehen dann oft gute Kontakte zu Banken, so dass die Suche nach einer depotführenden Bank dann auch schnell abgeschlossen ist. Achten Sie auch auf Ihre Konditionen. Wenn Sie ein größeres Depot aufbauen wollen (das geht schneller als Sie denken), sollten Sie das bereits jetzt in Ihre Gespräche mit der depotführenden Bank einbeziehen.
Sie müssen eine Geschäftsführung wählen. Sie benötigen einen Geschäftsführer, einen stellvertretenden Geschäftsführer, einen Kassierer oder Schatzmeister und einen Protokollführer.
Bereits die Gründungsversammlung muss aus rechtlichen Gründen protokolliert werden. Dieses Protokoll muss dann der depotführenden Bank in Kopie übergeben werden.
Ziele / Strategie
Hier sollten sich die Gründungsmitglieder einig sein. Welche Strategie möchten Sie verfolgen? Fast jeder Anleger hat da andere Vorstellungen. Sie müssen es bei der Clubgründung schaffen, diese für Ihren neu entstehenden Aktienclub zu definieren.
Schaffen Sie das nicht, wird es vermutlich zu heftigen Unstimmigkeiten bei jedem Kauf und Verkauf von Aktien kommen.
Clubleben
Treffen Sie sich 1-2 mal im Monat. Besprechen Sie Ihr Gemeinschaftsdepot und die Anlagestrategie der nächsten Zeit. Nutzen Sie eventuelle Möglichkeiten Ihrer Banken, um an Aktienforen teilzunehmen. Sie lernen dabei wahrscheinlich auch Menschen kennen, die Sie nur aus den Medien kennen. Vielleicht können Sie auch jemanden für einen Vortrag gewinnen.
Einzahlungen
Zu Beginn sollten Sie sich ein gewisses Startkapital schaffen. So sollten mindestens 2.500 Euro zur Verfügung stehen. Die Einmalzahlungen sollten 2.500 Euro pro Mitglied nicht übersteigen, denn Sie wollen ja nicht der Geldverwalter von jemandem sein, sondern gemeinsam mit Gleichgesinnten in Aktien investieren.
Als laufende Einzahlungen wären Beträge zwischen 25 Euro und 500 Euro pro Gesellschafter ratsam. Besprechen Sie ausführlich, dass dieses eingezahlte Geld nicht kurzfristig benötigt wird. Es dient Ihrer Zukunft und Ihrem gemeinsamen Vermögensaufbau.
Umso deutlicher dieses Thema besprochen wird, desto besser ist es für die Zukunft Ihres Aktienclubs. Es geht schließlich um Geld und da die Arbeit der Geschäftsführung ehrenamtlich ist, soll für diese durch häufiges ein- und auszahlen keine neuer Hauptberuf entstehen.
Sonstiges
Weitere Informationen finden Sie im “Leitfaden zur Gründung von Investmentclubs” der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V.
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