Geld & Finanzen

Des Anlegers bester Freund: Der Trend

Auch wenn Sie andere Ratschläge von Börsengurus und Ratgebern hören. Handeln Sie an der Börse nicht gegen den langfristigen Trend. Denn so viel hat sich nach 100 Jahren der Chartanalyse gezeigt. Aktienkurse bewegen sich in Trends. Ein Trend ist die langfristige Grundrichtung der Börse oder einer Aktie. Diese Grundrichtung kann entweder nach oben, nach unten oder seitwärts gehen. Hat sich ein Trend gefestigt, wird er solange in Kraft bleiben, bis sich eine Trendumkehr und dann ein neuer Trend bildet. Daraus ergeben sich zwei große Ziele der Chartanalyse. Das Erkennen des Trends und rechtzeitiges Erkennen der Trendumkehr. Das Entgegenstemmen überlassen Sie als Anfänger mit wenig Fingerspitzengefühl besser den anderen.

Den Trend bilden Sie durch die Kurshöchststände sowie die Kurstiefststände. Die Punkte der Höchststände verbinden Sie ebenso wie die Punkte der Tiefststände. Somit haben wir schon einen Trendkanal. Je mehr Punkte wir zu einer Trendlinie verbinden können, desto aussagekräftiger ist der Trend. Solange sich der Kurs einigermaßen innerhalb dieses Trendkanals bewegt, ist der Trend intakt. Spannend wird es erst, wenn der Kursverlauf den Trendkanal verläßt.

Wenn der Kurs nach unten aus dem Kanal ausbricht, stehen die Zeichen auf Trendwende. Umgekehrt gilt: Wird ein Abwärtstrendkanal nach oben durchbrochen, stehen die Zeichen ebenfalls auf Trendwende. Als Hinweis auf einen aussagekräftigen Durchbruch aus dem Trendkanal gilt ein Wert von 4 bis 5 Prozent, mit dem der Wert des Trendkanals unterboten werden sollte.

Wenn Sie nach der Trendwende eine Abwärtstrendlinie einzeichnen, nehmen Sie die oberen Wendepunkte der Kursausschläge. Bricht nach einiger Zeit der Kurs aus dieser Trendlinie deutlich (4 bis 5 Prozent) nach oben aus, kommt die Aktie wieder an eine Trendwende. Von nun an sollte es bergauf gehen.

Was aber, wenn der Kurs den abwärts gerichteten Trendkanal nach unten durchbricht? Dann sieht es aus der Sicht der Chartanalysten erst mal finster aus, denn solche Durchbrüche werden als Trendbeschleuniger gewertet. Es geht also noch schneller als bisher bergab. Glücklich, wer bis zu diesem Zeitpunkt schon seine Aktie verkauft hat.

Wichtig an den Trendveränderungen. Sie sollten immer von einem deutlichen Umsatzanstieg begleitet werden. Die Umsatzzahlen einer Aktie oder eines Index werden täglich von der Deutschen Börse veröffentlicht. Wenn die Kurskurve so aussieht, als wolle sie die Richtung verändern, vergleichen Sie auf jeden Fall auch die Umsatzzahlen der vorhergehenden Tage und Wochen. In der Regel werden in Zeiten stark steigender oder stark fallender Kurse auch die Umsätze steigen.

Auch die Zeiträume eines Trends dürfen Sie nicht unterschätzen. Die meisten Haupt- oder Primärtrends laufen ein Jahr und länger. In einem sinkenden Markt sollten Sie sich mit Käufen zurückhalten und warten, bis die Trendumkehr erreicht ist.

Trendrichtungen eines Index lassen sich auch anhand der Kursgewinner-/Kursverliererlinie erkennen. Bei diesem Modell, das auf Englisch Advance-Decline-Line heißt, wird täglich der Unterschied zwischen der Zahl der gestiegenen und der gesunkenen Aktien errechnet. Sind im DAX-30 zum Beispiel 17 Aktien gefallen und 13 gestiegen, erhalten wir einen Wert von minus vier. Am Tag darauf sind nur zehn Werte gefallen, aber 20 gestiegen, der Wert ist zehn. Täglich berechnet, erhalten wir eine Linie. Sinkt die Linie, wird die Zahl der Gewinneraktien abnehmen. Eine steigende Linie signalisiert, dass mehr Aktien zu den Gewinnern zählen. Liegt die Gewinner-Verlierer-Achse in etwa parallel zum Index, bestätigt sie den Aufwärts- oder Abwärtstrend. Geht die Indexkurve nach oben, während die Advance-Decline-Linie nach unten fällt, verliert der Kurs an Schwung, ein Ende des Aufwärtstrends steht an.

Artikel kommentieren

Zum Kommentieren von Artikeln ist es erforderlich angemeldet zu sein.