Mit Aktien ein Vermögen aufbauen
Sparpläne mit Aktien, Fonds und Zertifikaten sind natürlich keine Lebensversicherungen. Das immer noch mit Abstand beliebteste Produkt zur Altersvorsorge garantiert eine Auszahlungssumme, ein Fondssparplan nicht. Zudem wird bei einer Kapitallebensversicherung das Todesfallrisiko abgesichert, was sich renditemindernd auswirkt. Und genauso wie bei einer privaten Rentenversicherung erfolgt die Auszahlung am Ende der geplanten Laufzeit. Bei einem Sparplan mit Kapitalmarktprodukten muss das nicht so sein. Der Kontostand eines Wertpapierdepots, in das monatlich Anteile im Wert von zum Beispiel 100 Euro fließen, kann schwanken. Wer mit Aktien oder Fonds ein Vermögen aufbauen will, muss mit zwischenzeitlichen Verlusten rechnen.
Diese Schwankungen müssen aber niemanden schockieren. Sie bringen nämlich einen antizyklischen Ansatz in die Geldanlage – den sogenannten Cost-Average-Effekt. Man kann die Kursbewegungen auch noch in anderer Hinsicht nutzen. Wer sich nämlich ein vorher festgelegtes Kapital an der Börse erarbeiten will, sollte regelmäßig sein Depot prüfen und die Frage stellen: Lohnt es sich jetzt, in sichere Anlagen wie Anleihen oder Festgeld umzuschichten? Boomt die Börse, erreicht der Anleger sein geplantes Vermögen oft schon früher als erwartet, wenn er die hoch im Kurs stehenden Wertpapiere verkauft und die verbleibenden Monate oder Jahre eine Anlage ohne Risiko wählt. Nach Berechnungen der Stiftung Warentest ist oft mehr drin als beim einfachen Kaufen und Liegenlassen.
Schritt für Schritt ein Vermögen machen. Dieser einfache Satz zieht eine ganze Reihe von Fragen nach sich. Wer regelmäßig sparen möchte, sollte sich überlegen, wie viel er zurücklegen kann, wie lange das Sparprojekt dauern soll und welches Ziel mit dem Konsumverzicht erreicht werden soll. Was monatlich oder vierteljährlich übrig bleibt, lässt sich leicht mit einem Kassensturz feststellen. Die beiden anderen Fragen – wie lange und wofür – sind schon schwieriger zu beantworten. Nicht jeder denkt gleich ans Rentenalter und die damit verbundene private Vorsorge. Für ein schönes Leben und ein wenig Luxus muss auch mal etwas übrig bleiben.
Für eine langfristige Perspektive empfehlen sich generell Aktienfonds, die je nach Risikofreude mit einem Rentenfonds kombiniert werden sollen. Aber auch wer nicht gleich ans Alter denken will, kein festes Ziel hat und einfach drauflossparen möchte, kann dies mit Investmentfonds tun.
Der Cost-Average-Effekt
Die Schwankungen des Marktes nutzen. Wer regelmäßig den gleichen Betrag ausgibt, erhält mehr Anteile. Das auf und ab des Aktienmarktes hat schon manchem Anleger den Schlaf geraubt. Dabei kann er die Schwankungen zu seinem Vorteil nutzen. Möglich wird das durch den „Cost-Average-Effekt”. Die regelmäßige Investition von gleich hohen Beträgen führt bei niedrigen Kursen automatisch zum Erwerb von mehr und bei hohen Kursen von weniger Anteilen. Dadurch ergibt sich im langfristig steigenden Markt ein günstigerer Durchschnitts-Einstiegskurs.
An einem Beispiel wird der Effekt deutlich. Ein Anleger kauft jeden Monat Anteile für 150 Euro. Im Dezember und Januar kosten diese je 20 Euro, so dass er dafür jeweils 7,5 Anteile erhält. Von Februar bis November beträgt der Preis abwechselnd zehn Euro (= 15 Anteile) und 30 Euro (= fünf Anteile). Insgesamt erwirbt er 115 Anteile. Dividiert durch die Anzahl der Monate ergibt sich, dass er durchschnittlich 9,583 Anteile zu 15,65 Euro bekommen hat. Dies ist deutlich mehr, als wenn er weiterhin immer 7,5 Anteile zum Preis von 20 Euro gekauft hatte. Der Cost-Average-Effekt wirkt umso intensiver, je größer die Schwankungsbreite der Kurse ist.
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