Geld & Finanzen

Verschiedene Handelssegmente im Börsenhandel

Treffpunkt von Angebot und Nachfrage nach Wertpapieren ist die Börse. Sie ist ein Markt für Wertpapiere, die gleiche Rechte verbriefen, wie beispielsweise Aktien oder Anleihen. In Deutschland gibt es neben der Frankfurter Leitbörse sieben Regionalbörsen in Berlin, Bremen, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, München und Stuttgart.

Der Börsenhandel umfasst mehrere Handelssegmente. Das bedeutet eine Qualitätszuordnung. Je nach Segment müssen die Aktiengesellschaften unterschiedliche Zulassungs- und Aufnahmekriterien erfüllen. Im Amtlichen Handel, bestehen die strengsten Vorschriften. Hier werden die Anteile großer Aktiengesellschaften, der so genannten Blue Chips, notiert. Vor Aufnahme in den Handel muss das betreffende Unternehmen seit mindestens drei Jahren existieren. Für die Zulassung muss es außerdem einen umfangreichen Börsenzulassungsprospekt erstellen. Ferner zwingen Publizitätspflichten die Unternehmen dazu, regelmäßig den Jahresabschluß sowie jährlich mindestens einem Zwischenbericht zu veröffentlichen. Im Geregelten Markt sind die Zulassungsbedingungen weniger umfangreich. Außerdem brauchen die Unternehmen nur ein wesentlich geringeres Emissionsvolumen vorzuweisen.

Im Gegensatz zum öffentlich-rechtlich organisierten Geregelten Markt und Amtlichen Handel basiert der Freiverkehr auf privatrechtlichen Regelungen. Generell finden Unternehmen im Freiverkehr die geringsten Zulassungsanforderungen vor. Daher werden hier vor allem Auslandstitel, regionale Werte und Papiere kleinerer Unternehmen gehandelt. Da in diesen Titeln Angebot und Nachfrage häufig sehr gering sind, schwanken die Kurse der Aktien oft beträchtlich. Für Anleger birgt das ein höheres Risiko, dessen sie sich unbedingt bewusst sein sollten. Zudem sollten Investoren beachten, dass die im Freiverkehr notierten Unternehmen nicht verpflichtet sind, unverzüglich kursrelevante Nachrichten in Form von Ad-hoc-Mitteilungen zu veröffentlichen.

Im März 1997 wurde der Neue Markt als Handelssegment für Wachstumswerte eingeführt. Die Unternehmen mussten die Zulassungsbedingungen des Geregelten Markts und zusätzlich noch weitere Anforderungen erfüllen. Wegen zahlreicher Skandale und Pleiten wurde der Neue Markt aber wieder vollständig geschlossen und durch den TecDAX ersetzt. Das 1999 gestartete Segment SMAX diente ursprünglich als eine Art „Gütesiegel” für etablierte mittelständische Unternehmen, den sogenannten Small-Caps. Um sich von der breiten Masse der Nebenwerte abzuheben, verpflichteten sich diese Firmen gegenüber der Deutschen Börse freiwillig, bestimmte Kriterien zu erfüllen. Unter anderem mussten sie Quartalsberichte veröffentlichen. Im Zuge einer Neuordnung wurde zwischenzeitlich aus dem SMAX der SDAX.

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