Hobby & Freizeit

Damentennis kaum beachtete Randsportart

Das deutsche Fedcup-Team spielt nach dem 3:2 gegen Gastgeber Japan in Tokio im kommenden Jahr wieder in der Weltgruppe 1. In der Playoff-Partie vor fast 5000 Zuschauern im ausverkauften Sky Dome holten Anna-Lena Grönefeld und Tatjana Malek mit dem 6:3, 6:4 im abschließenden Doppel gegen Ayumi Morita und Rika Fujiwara den entscheidenden dritten Punkt. Derlei positive Meldungen aus dem deutschen Damentennis sind so selten geworden, dass nicht einmal deutsche Sportjournalisten es für nötig erachten, die positive Meldung über die Seitenspalte der Tageszeitung hinauskommen zu lassen. Der „weiße Sport“ erfreut sich hierzulande seit Jahren einer stabilen Bedeutungslosigkeit. Während das Filzball-Spektakel der Herren jedoch zumindest noch auf internationale Zugpferde wie Roger Federer und den Sandplatzkönig Rafael Nadal bauen kann, die durch ihre spektakuläre Spielweise auch in der Bundesrepublik für Aufsehen sorgen, ist das Damentennis eine kaum beachtete Randsportart. Neben nationalen Aushängeschildern wie es einst Steffi Graf war, fehlt es überhaupt an charismatischen Vertreterinnen, auch im internationalen Vergleich. Damentennis wird mit purer Langeweile gleichgesetzt. Die Sportartikelbranche leidet unter diesem Zustand und kann im Damenbereich bei weitem nicht jene Umsatzzahlen erzielen, die der Tennisversand bei den männlichen Pendants einstreicht. Zumindest in Deutschland wird sich daran auch erst einmal nichts ändern, dem deutschen Erfolg auf Mannschaftsebene zum Trotz. Im Einzel ist derzeit keine einzige deutsche Spielerin in der Weltspitze konkurrenzfähig. Auch Tatjana Malek ist mit ihren 19 Jahren längst dem Status des hoffnungsvollen Talents entwachsen. Die osteuropäische Konkurrenz ist noch viele Jahre jünger und auch besser. Ein Ende der Talsohle im Damentennis ist daher aktuell nicht in Sicht.

Maik Langenberg

MLangenberg@gmx.net