Tipps für Zauberei mit Kindern
Der Unterschied zwischen Vorführungen für Erwachsene und für Kinder ist nicht allzu groß, auch wenn mentalmagische Tricks und Kartenzauberei für letztere nicht sonderlich geeignet sind. Der Zauberer muss dagegen eine Kindervorführung etwas genauer planen, da die kleinen Zuschauer gerne dazu neigen, mitten während der Vorführung vom Stuhl zu springen, um nachzusehen, ob der vorgeblich leere Zylinder tatsächlich leer ist. Im Gegenzug belohnen Kinder den Zauberer durch ein Denken und Verstehen, das sehr viel unkomplizierter als das eines erwachsenen Zuschauers ist. In dieser Hinsicht wird es dem Zauberer leichter gemacht.
Tiere, die in Kunststücke involviert sind, haben Kinder besonders gerne und zeigen dies mit erhöhter Aufmerksamkeit und größerem Engagement. Sollte eine Nummer verlangen, dass ein Kind dem Zauberer auf der Bühne assistiert, sollte zu eher reservierten Kindern „gegriffen“ werden, da sich damit die Gefahr minimiert, dass durch allzu mutige Aktionen das Konzept auf den Kopf gestellt wird.
Prinzipiell gilt: Späße werden niemals auf Kosten des assistierenden Kindes ausgetragen! Stattdessen sollte dem Kind suggeriert werden, dass seine Hilfe von entscheidender Bedeutung für das Gelingen des Kunststückes ist. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass der folgende Applaus nur an das Kind adressiert ist und nicht dem Zauberer selbst gebührt. Freundliche Kinderzauberer belohnen darüber hinaus ihre Assistenten mit einem kleinen Geschenk.
Um die Aufmerksamkeit der Kleinen noch mehr zu fesseln, bietet sich an, dass Kinder und Zauberer gemeinsam die Zaubersprüche sprechen. Um die Neigung von Kindern, vermutete Lösungen herauszuschreien, zu unterlaufen, kann der Zauberer mit fingierten Lösungen operieren. Durch den unvorhergesehenen Ausgang eines Kunststückes werden die Kinder um so deutlicher überrascht.
Die Optik spielt beim Kinderzaubern die wichtigste Rolle, daher machen sich ein buntes Bühnenbild und eine extra auf Kinder zugeschnittene Symbolik besonders gut. Da im Verständnis der Kinder Zauberer und Magier im Kontext märchenhafter Geschichten verortet sind, ist es hilfreich für eine gelungene Vorstellung, dass sich der Zauberer dementsprechend präsentiert und seine Kunststücke narrativ, d.h. erzählend absolviert.
Auch wenn nicht wenige Zauberkünstler dem Kinderzaubern ablehnend gegenüber stehen, gibt es auch eine ganze Reihe von Künstlern, die bevorzugt mit Kindern arbeiten. Der Schwierigkeitsgrad der Kinderzauberei wird durch die größere Begeisterung der Kleinen ausgeglichen. Mit einer gewissen Routine kann man auch ein größeres Publikum von Kindern erfolgreich unterhalten und begeistern.
Werner Bauer ich-pflege-meinen-garten(at)web(dot)de
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