Caspar David Friedrich und Carl Spitzweg - Zwei Maler des 19. Jahrhunderts
Die beiden Maler Caspar David Friedrich (1774-1840) und Carl Spitzweg (1808-1885) zählen zu den bedeutendsten deutschen Malern des 19. Jahrhunderts. Sie stehen für zwei aufeinander folgende Malergenerationen, die beide symptomatisch für die Entwicklung der Malerei im 19. Jahrhundert sind. Caspar David Friedrich war einer der ersten Maler, die als freier Künstler tätig waren. Dies bedeutete, dass er seine Sujets unabhängig von Auftraggebern wählen konnte, jedoch auch für seinen wirtschaftlichen Erfolg selbst verantwortlich war. Das Ergebnis seiner freien Kunst sind unter anderem grandiose Landschaftsdarstellungen, die den Stil der Romantik entscheidend bestimmt haben. So etwa drei seiner berühmtesten Werke, der „Mönch am Meer“, „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ und natürlich die „Kreidefelsen auf Rügen“. Die erhabenen und meist dramatisch inszenierten Landschaften transportieren nicht nur Emotionen und innere Zustände des Malers, sondern ihnen wird zum Teil auch eine patriotische Allegorik zugeschrieben. Die Malerei Carl Spitzwegs hingegen, skizziert bereits den Übergang zu einer neuen Epoche. Während Friedrich der übermächtigen Landschaft das menschlich Individuum gegenüberstellt und mit Hilfe der Landschaft spezifische Emotionen darstellt, konzentriert sich Spitzweg auf die Darstellung eines Typus im Zeitgeist des Biedermeier. Bilder wie „Der arme Poet“, „Der Bücherwurm“ oder „Der Kaktusfreund“ präsentieren einen Menschen zwar auch innerhalb einer ihn charakterisierenden Umgebung, doch haben diese Charakterisierungen einen allgemeingültigen Charakter. Interessen und Vorlieben, wie etwa die Liebe zu Kakteen oder Büchern, oder aber das karge Dasein eines erfolglosen Poeten, skizzieren keine Individuen, sondern sind auf beliebige Menschen in ähnlichen Situationen übertragbar. Spitzwegs Typen-Porträts arbeiten mit Witz und Ironie. Über diesen Weg gelingt es Spitzweg, bestimmte gesellschaftliche Gegebenheiten mit liebevollem Augenzwinkern aufzuzeigen.
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