Keith Haring – Die Farbe als Mittel der Aufmerksamkeit
Der Maler und Grafiker Keith Haring (1958-1990) hat besonders in den 1980er Jahren ein Oeuvre geschaffen, das bis heute in aller Welt bekannt und auch beliebt ist. Seine farbenfrohen Kompositionen ziehen die Aufmerksamkeit unweigerlich auf sich. Ausgehend von Prinzipien der Graffitikunst hat Haring auch genau diesen Effekt kalkuliert und erzielen wollen. Er wollte die Menschen mit seiner Kunst ansprechen und aufmerksam machen. Einfache Formen und klare Farben dienten ihm als Vehikel, seine Bildinhalte zu vermitteln. Die durch diese Bildeigenschaften bedingten guten Voraussetzungen für Reproduktion und Verbreitung hat Haring nicht nur einkalkuliert, sondern sogar forciert. 1986 eröffnete der Künstler in New York seinen „Pop-Shop“, in dem er seine Werke als Multiples auflegte und sie somit einer breiten Masse zugänglich machte. So kann es auch heutzutage nur in Harings Sinne sein, wenn seine Werke auf Postern reproduziert werden und somit Einzug in unzählige Familien und Wohnzimmer halten können. Denn auch wenn seine Werke von persönlichen Erfahrungen und Ansichten erzählen, sind sie auf Universalität und größtmögliche Verbreitung hin angelegt. Die farbenprächtigen Kompositionen des amerikanischen Künstlers bieten sich geradezu dazu an, von ebenso farbenfrohen Bilderrahmen unterstützt und somit in ihrer Wirkung noch gesteigert zu werden. Wenn sich etwa eine Komposition aus dem Jahr 1983 aus gleichberechtigt verteilten gelben, orange-farbenen, blauen, violetten und grünen Strichmännchen zusammensetzt, so können eben jene Farben für die Rahmung gewählt werden. Somit wird ein regelrechter Blickfang geschaffen, der jede heimische Einrichtung belebt. Wer jedoch auf einen solchen knalligen Effekt verzichten möchte, wählt am besten eine weiße Rahmenleiste, die sich auf den Hintergrund des Bildes bezieht, in den die Figuren eingebettet sind. So werden Harings Farben gleichberechtigt in ihrer Leuchtkraft hervorgehoben. Auch wenn Haring seine Männchen in schwarzen Konturen einfasst, sollte auf eine schwarze Rahmung eher verzichtet werden. Denn gerade die über das Bild hinaus weisenden „Allover-Strukturen“ würden somit optisch eingeengt.
Artikel kommentieren
Zum Kommentieren von Artikeln ist es erforderlich angemeldet zu sein.
