Blei als Hilfsmittel des Tauchers
Wer unter Wasser Tauchen will, hat nicht nur das Problem, wie er atmen soll, sondern auch wie er den Auftrieb überwinden kann, der durch die unterschiedliche Dichte von Umgebungsmedium und Körper zwangsläufig entsteht. Jeder der auch nur einmal im Pool ohne Apparaturen getaucht hat weiss, dass er etwas leichter ist als das Wasser und Energie einsetzen muss, um in die Tiefe zu gelangen. Bereits die Perlentaucher oder die Taucher der Antike, die ohne grosse technische Hilfsmittel unter Wasser arbeiten mussten, führten auf ihrem Tauchgang beschwerende Gegenstände, zum Beispiel Steine, mit sich. Dies bewirkte, dass sie ohne eigene Anstrengung herabsinken und leichter in der erreichten Tiefe verbleiben konnten. War der Luftvorrat zu Ende, konnten sie den Ballast abwerfen und umso leichter wieder zur Oberfläche zurückkehren. Der moderne Taucher richtet sich bei seinem Gang in die Tiefe auf die Kompensierung des Auftriebs mittels genormter Bleistücke ein. Die Masse des Ballastes in Blei muss jeweils genau so abgemessen sein, dass sich Auf- und Abtrieb gegenseitig aufheben und der Taucher gleichsam im Wasser schweben kann. Da sich die Dichte des Tauchers selbst auch an der mitgenommenen Ausrüstung bemisst und die Dichte des Wassers von Ort zu Ort stark schwanken kann - so ist Salzwasser deutlich dichter als Süßwasser und erhöht den Auftrieb des Tauchers beträchtlich - beträgt die benötigte Bleimenge üblicherweise zwischen zwei und zwölf Kilogramm. Diese werden in Form von Bleigürteln oder Bleitaschen mitgeführt. Der Bleigurt, der um die Hüfte gelegt wird, muss leicht abzuwerfen sein, damit im Notfall das Auftauchen erleichtert wird. Neben dem Bleigurt werden auch Bleitaschen verwendet, die in eine spezielle Tarierweste eingearbeitet sind. Die Tarierweste hat den Vorteil, das das Gewicht gezielt verteilt werden kann, was die Lage des Tauchers im Wasser verbessert und den Körper, speziell die durch einen Bleigurt stark beschwerte Wirbelsäule, entlastet. Auch die Bleitaschen müssen leicht abzuwerfen sein. Das Blei selbst kann in Form von Stücken oder Barren oder aber handlicher als so genanntes Softblei in Form von Bleigranulat in Tasche oder Gurt vorliegen und sollte durch Überzüge gegen die Korrosion geschützt sein.
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