Sport

Lindsay Davenport feiert Comeback

Am 10. Juni des vergangenen Jahres begann im Leben von Lindsay Davenport eigentlich ein ganz neuer Abschnitt. Mit der Geburt ihres Sohnes Jonathan schien das Kapitel Tennis für die einstige Weltranglisten-Erste der Vergangenheit anzugehören. Dem Motto „Wickeln statt Volley“ gab sie sich jedoch nur wenige Monate hin. Hatte sie kurz nach der Geburt ihres Filius noch zu Protokoll gegeben, dass sie sich eine Rückkehr auf den Tennisplatz nun wirklich nicht mehr vorstellen könne, überraschte sie die Experten schon im September. Auf Bali kehrte Lindsay Davenport, deren größte Erfolge drei Grand-Slam-Siege und der Gewinn der Olympischen Goldmedaille 1996 in Atlanta sind, wieder in die Manege des „weißen Sports“ zurück. Es war ein Comeback, das einem gewaltigen Paukenschlag glich. Nachdem sie im Turnierverlauf bereits die amtierende Nummer 3 der Welt, Jelena Jankovic, bezwungen hatte, ließ sie im Endspiel auch der favorisierten Daniela Hantuchova keine Chance. Die Fachpresse zeigte sich die entzückt, die Zuschauer auf der indonesischen Insel begeistert. Wie zu besten Zeiten trieb die kraftvolle US-Amerikanerin ihre Gegnerinnen mit präzisen Grundlinienschlägen über jeden Quadratmeter des Platzes. Fast zwölf Jahre nach ihrem ersten Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier (French Open 1996), zeigte sie ihr bestes Tennis.

Dass diese Performance mit Tennisschläger und Filzball keine Eintagsfliege war, zeigte sich schon Wochen später. In Peking stürmte sie bis ins Halbfinale, in Quebec siegte sie erneut.

Auch beim ersten Turnier 2008 in Auckland strahlte die junge Mutter mit Pokal auf den Siegerfotos. Mittlerweile trauen die Experten ihr auch einen bemerkenswerten Auftritt bei den Australian Open zu. Eine Überraschung wäre dies längst nicht mehr.

Maik Langenberg

MLangenberg@gmx.net

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