Wirtschaft

Qualitative und quantitative Faktoren der Unternehmensbewertung

Produktpalette
Die Produktpalette des Unternehmens ist der wichtigste Indikator für die Wachstumschancen eines Unternehmens, insbesondere das Image der Produkte nach Qualität, Preis-/Leistungsverhältnis, Design, Marktstellung etc. Die Aktien eines Unternehmens mit hervorragendem Produktimage und einer bedarfsgerechten Produktpalette haben, unabhängig von der konjunkturellen Entwicklung, langfristig ein steigendes Kurspotential. Umgekehrt wird ein Unternehmen mit Schwachstellen in seiner Produktpalette den Anleger veranlassen, die Aktie mit Vorsicht zu betrachten.

Management
Der Ruf der führenden Personen eines Unternehmens in den Vorstandsetagen und im Aufsichtsrat ist ein wichtiger Faktor für das Unternehmen und damit auch für das Potential eines Unternehmens. Ein Unternehmen, das von Spitzenmanagern mit dem Ruf hervorragend innovativer Kompetenz geführt wird, ist ein Gütezeichen für den Wert und das Potential der Aktie des Unternehmens. Umgekehrt wirkt sich ein lädierter Ruf der Spitzenmanager eines Unternehmens nachteilig auf dessen Aktienkurs aus.

Forschung und Entwicklung
Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sind ein interessanter Indikator für das Innovationspotenzial einer Branche oder eines Unternehmens. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung zeigen, welche Innovationschancen ein Unternehmen vor sich sieht und sind ein Indikator für die Wachstumsaussichten des Unternehmens.

Wettbewerb / Konkurrenz
Ein Unternehmen, das mit bedeutender und großer Konkurrenz in seiner Branche zu kämpfen hat, ist anders zu bewerten als ein Unternehmen das selbst zu den Spitzenunternehmen der Branche gehört. Dennoch ist dies keine Garantie. Auch kleine und mittlere Unternehmen können groß werden.

Auftragsbestand
Die wirtschaftliche Zukunft eines Unternehmens hängt auf kurze und mittlere Sicht von der Entwicklung der Auftragseingänge ab. Sinkende Auftragseingänge sind ein ungünstiges Zeichen für die absehbare Zukunft eines Unternehmens. Umgekehrt sind steigende Auftragseingänge ein Zeichen für ein florierendes Unternehmen. Die Auftragseingänge und Auftragsbestände sind wichtige Kriterien der Unternehmensentwicklung. Während andere Unternehmensdaten noch gesund aussehen können, ist die Entwicklung der Auftragseingänge der wichtigste Faktor für die Zukunft.

Investitionen
Ein florierendes Unternehmen wird für die Sicherung der Zukunft des Unternehmens immer auch Investitionsvorhaben in der Planung haben. Umfang und Art geplanter Investitionen sind daher ein Indikator dafür, wie das Unternehmen selbst seine wirtschaftlichen Aussichten betrachtet. Umgekehrt sind bescheidene Investitionsvorhaben ein schlechtes Anzeichen.

Eigenkapitalausstattung
Eine geringe Eigenkapitalausstattung bedeutet umgekehrt einen hohen Verschuldungsstand. Solange die betriebsinterne Rentabilität des eingesetzten Kapitals größer ist als der für die Unternehmensschulden zu zahlende Zins, trägt das Fremdkapital zur Steigerung des Gewinns, aber auch des Risikos bei. Bei steigenden Zinsen steigen auch die Tilgungs- und Zinsbelastungen eines Unternehmens und verringern entsprechend die Gewinne. Umgekehrt bedeutet eine hohe Eigenkapitalausstattung einen geringen Verschuldungsgrad und damit einige Sicherheit gegenüber steigenden Zinsen oder sonstigen Belastungen des Unternehmens. Eine gute Eigenkapitalausstattung bedeutet also für den Anleger einen gewissen Schutz vor allzu großen Kursverlusten. Informationen darüber bieten von Zeit zu Zeit die Wirtschaftsnachrichten der Zeitungen und Börsendienste, die Banken etc.

Exportabhängigkeit
Die Exportabhängigkeit eines Unternehmens, ausgedrückt in der Exportquote - das heißt dem Anteil des im Ausland erzielten Umsatzes, ist ein sehr wichtiger Indikator für den Anleger. Eine hohe Exportquote bedeutet große Verdienstaussichten für das Unternehmen, aber auch eine hohe Anfälligkeit gegenüber Schwankungen im Außenhandel, insbesondere der Wechselkurse. Umgekehrt kann eine geringe Exportquote auch ein Zeichen für ein mangelndes Marketing sein.

Beteiligungsstruktur
Die Beteiligung von Aktionären am Aktienkapital eines Unternehmens wird vor allem von sogenannten Institutionellen Anlegern geprägt. Dazu zählen Institutionen wie Banken und Versicherungen. Wenn solche in Geldfragen versierte und extrem vorsichtige Institutionen am Aktienkapital eines Unternehmens beteiligt sind, ist dies für den Anleger ein Zeichen dafür, dass sich ein Investment lohnen wird.

Ablesbar ist dies für den Anleger in der Regel dadurch, dass in den Aufsichtsräten und Vorständen des in Betracht kommenden Unternehmens Vertreter oder Repräsentanten großer Banken und Versicherungen sitzen.

Gewinnentwicklung
Die Entwicklung der Gewinne und die Erwartung weiteren Gewinnpotenzials ist mit Sicherheit die wichtigste Kennziffer eines Unternehmens und von größtem Einfluss auf die Kursentwicklung einer Aktie, auch wenn dieser Kursfaktor kurz- oder mittelfristig von konjunkturellen, politischen und anderen Faktoren überlagert wird. Spätestens auf schlechte Nachrichten über die Gewinnentwicklung oder gar Bilanzverluste eines Unternehmens reagiert die Börse sofort und stark mit fallenden Kursen.

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