Wallensteins unerwarteter Tod - Zum Sprichwort gewordene Legende
Wallenstein war ein böhmischer Kriegsherr, der durch sein Geschick zu einem mächtigen Mann am kaiserlichen Hof aufgestiegen war. Dieser Machtzuwuchs gefiel nicht allen Alteingesessenen, so daß Wallenstein schließlich seinen Platz als kaiserlicher Feldherr aufgeben musste. Einige Zitate Wallensteins sind uns durch Friedrich Schillers gleichnamige Trilogie erhalten geblieben und sprichwörtlich geworden.
Der Ausschluss Wallensteins vom kaiserlichen Hof sollte nicht endgültig sein. Kurze Zeit später landete nämlich der Schwedenkönig Gustav Adolf auf Usedom und marschiert in einem unaufhaltsamen Siegeszug bis nach München. Die Lage des Kaisers Ferdinand schien zu diesem Zeitpunkt aussichtslos, er wusste sich nicht mehr zu helfen und erinnerte sich an seinen alten Feldherren Wallenstein zurück. Zwei Jahre nach seiner Entlassung wurde Wallenstein von Kaiser Ferdinand erneut zum Oberbefehlshaber ernannt und erhielt mehr Vollmachten als je zuvor. Wallenstein zieht in den Kampf gegen die Schweden, zuerst bei Nürnberg, dann in Sachsen. Aber obwohl Gustav Adolf in der Schlacht bei Lützen fiel, schaffte Wallenstein es nicht, die Schweden endgültig zu besiegen.
Sofort verlor der Feldherr am Hof in Wien an Rückhalt. Überdies war er selbst des Kämpfens und Zahlens müde. Fünfzehn Jahre nach Beginn des Krieges hatte Wallenstein nur noch Frieden im Sinn. Er führte eigenmächtige und geheime Friedensverhandlungen mit Schweden, gleichzeitig hielt er sich die Möglichkeit offen, sich mit diesen zu verbünden. Als der Kaiser von diesen Machenschaften erfuhr, passierte das zu Erwartende: Er erklärt Wallenstein für abgesetzt und ein Geheimgericht verurteilte ihn daraufhin wegen Verrats. Wallensteins drei Generäle werden beauftragt, ihn auszuliefern – tot oder lebendig.
Am 18. Februar 1634 wird die Hochverratsklage öffentlich gemacht, Wallenstein erfährt davon in Pilsen. Fünf Tage darauf zieht er sich nach Eger zurück, auf ein rechtzeitiges und rettendes Eintreffen der Schweden hoffend. Aber sie kommen nicht: Am späten Abend des 25. Februar 1634 wird Wallenstein mit einer Partisane, einer Form der Hellebarde, ermordet. Als Belohnung erhalten die Mörder und weitere Gegner des Feldherren dessen gesamtes Vermögen.
Das ist das Ende der Geschichte des berühmten Feldherren Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein, der auf dem Gipfel seiner Macht gescheitert ist. Des Mannes, der reicher war als der König von Schweden und dessen Schuldner der Kaiser des Deutschen Reiches war. Aber es ist noch lange nicht das Ende des Dreißigjährigen Krieges. Noch weitere vierzehn Jahre sollten vor allem Deutschland, Spanien, Frankreich und Schweden um die Vorherrschaft in Europa kämpfen, mit anderen Feldherren, aber mit der gleichen Grausamkeit. Bis im Jahr 1648 der Westfälische Frieden neue Ländergrenzen zog und freie Kirchenwahl garantierte. Wie heißt es in einem alten sizilianischen Sprichwort, Es kommt die Zeit in der Dir du wünschst, was du heute verachtest.
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