Das Perpetuum mobile und deren digitale Rekonstruktion
Der Traum von einer Maschine, die, einmal angestoßen, aus eigener Kraft unaufhörlich weiterläuft und nützliche Arbeit verrichtet, hat über Jahrhunderte hinweg geniale Techniker und kühne Phantasten, unverbesserliche “Erfinder” und skrupellose Scharlatane gleichermaßen in Atem gehalten. Als Perpetuum mobile ging der “Immerbeweger” - wenn auch mehr als Kuriosum - in die Geschichte der Technik ein. Die Geringschätzung, die dem Perpetuum mobile auf solche Weise widerfährt, ist ungerechtfertigt. Schließlich soll sich schon Heron von Alexandria mit der konstruktiven Lösung des Problems beschäftigt haben, eine Vermutung, die der komplizierte Mechanismus seiner Druckwerke und Automaten durchaus berechtigt erscheinen lässt.
Der älteste uns bekannte Entwurf eines Perpetuum mobile findet sich in dem um 1235 erschienenen “Bauhüttenbuch” des französischen Ingenieurs und Architekten Villard de Honnecourt abgebildet und beschrieben. Darin heißt es: “Gar manchen Tag haben Meister darüber beratschlagt, wie man ein Rad machen könne, das sich von selbst dreht. Hier ist eines, das man aus einer ungeraden Anzahl von Klöppeln oder mit Quecksilber machen kann.”
Die sieben beweglich angebrachten Klöppel sollten das auf einer Achse sitzende hölzerne Speichenrad dadurch in Umdrehung versetzen und halten, dass sich auf einer Seite des Rades stets ein Klöppel mehr (nämlich vier) als auf der anderen Seite (drei) befindet. Folglich müssten die jeweiligen vier Klöppel das Rad nach links herum in Schwung bringen. Der Denkfehler des Konstrukteurs bestand darin, dass nach wenigen Umdrehungen drei Klöppel auf jeder Seite einander die Waage halten und der siebente am tiefsten Punkt des Rades auspendelt. Auf Villard de Honnecourt folgten viele “Radspezialisten”, die alle davon ausgingen, dass eine Hälfte des Rades stets schwerer sein müsse als die andere, dann komme die Umdrehung von selbst. So ist aus der Zeit um 1500 ein Schwerkraftrad bekannt, das, wie von Honnecourt vorgeschlagen, durch fünf am Radkranz angebrachte kugelförmige, mit Quecksilber gefüllte Blechbehälter in Bewegung gesetzt werden sollte.
Solche und andere antike Techniken sollen nun mit der 3D Animation wieder zum leben erweckt werden. Mit Hilfe einer 3D Darstellung können Objekte ohne großen Aufwand rekonstruiert und einem großem Publikum zugänglich gemacht werden.
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